Männer stoßen mit einem Bier an

Passend zur Büörgermesterstiet wurde dieser Blog Beitrag um 11 Uhr veröffentlicht, da die „Bürgermeisterzeit“ genau diesen Zeitpunkt beschreibt. Denn ab dieser Stunde gilt auf dem Lande, es ist Zeit für das erste (alkoholfreie) Bierchen.

Besonders früher an den Sonntagen, nach der Messe waren die Thekenstühle besetzt und es wurde in geselliger Runde mit dem ersten Bier des Tages angestoßen. Doch kamen die Leute nicht nur um „einen zu trinken“, sondern auch um sich über die Ereignisse der Woche auszutauschen und Knobelspiele zu veranstalten, die meist der Verlierer mit einer Runde Kurzen für die Mitspieler bezahlen musste.

Jedoch blieben die Grüppchen auch nicht die ganze Zeit unter sich, wie es heutzutage meist der Fall ist, sondern zu einer Kneipenrunde gehörte auch immer wieder andere in neue Gespräche einzubinden, egal ob die Person ein Freund oder nur ein Bekannter war.

Der Gastwirt selbst spielte dabei eine wichtige Rolle im Kneipengeschehen, denn dieser war nicht nur dafür verantwortlich die Gäste mit kühlen Getränken zu versorgen, sondern sich auch selbst in die Gespräche einzubinden und Neues aus der Woche zu erzählen.

Witzige Anekdote: In unserem Hause waren die meisten nicht nur Stammgäste, sondern hatten auch ihren Stammplatz an der Theke, der sogar freigehalten wurden, wenn derjenige sich verspätete. Außerdem meldeten sich die Stammgäste für die nächste Woche beim Wirt ab, wenn sie voraussichtlich fehlten aufgrund von Familienfeiern oder anderem.

Das gesellige Beisammen sein endete meist mit dem Mittagessen, zu dem die Gäste dann nach Hause gingen oder spätestens, wenn die Kinder losgeschickt wurden, die Väter zum Essen zu holen.

Leider ist dieses gesellige Geschehen mittlerweile verschwunden und aufgrund der Corona-Krise ist ein Theken-Revival auch nicht möglich. Wenn euch aber die Story aus früherer Zeit gefallen hat, dann kommt doch an einem Sonntag in kleiner Runde bei uns vorbei und lasst ab 11 Uhr am Tisch die Büörgermesterstiet wiederaufleben. Wir sagen jetzt schon mal – Prost!

German